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„BREZ GSO“ – ein Blick auf das slowenische Gentechnik-frei Label

Auch in Slowenien existiert seit rund vier Jahren das Label „Pridelano/proizvedeno brez GSO“ (= Ohne GVO), das die Gentechnik-freie Qualität bei entsprechend gekennzeichneten Lebensmitteln garantiert.

Nicht nur bei unseren nördlichen Nachbarn in Deutschland entwickeln sich die Gentechnik-Freiheit und die Auslobung des streng geprüften Standards zu einem immer wichtigeren Qualitätsmerkmal im Lebensmittelsektor. Wie sich das slowenische Label entwickelt hat und welche Ziele es in den nächsten Jahren zu erreichen gilt erläuterte Marina Koren-Dvoršak von der slowenischen Kontrollstelle IKC UM, die das slowenische Labeling-System entwickelt hat und das Zeichen „Pridelano/proizvedeno brez GSO“ vergibt, bei der diesjährigen Generalversammlung der ARGE Gentechnik-frei in Wien. Wir haben danach noch ausführlich mit ihr gesprochen:

ARGE Gentechnik-frei: Die slowenische Gentechnik-frei Zertifizierung ist der österreichischen sehr ähnlich. Warum ist das so?

Marina Koren-Dvoršak: Die Begründung ist einfach. Wir wollten den Produzenten und Händlern in beiden Ländern – Österreich und Slowenien – den Handel mit Gentechnik-freien Produkten erleichtern. Viele slowenische Produzenten verwenden Waren von zertifizierten österreichischen Lieferanten. Wir wollten einen Standard in unserem Land, der mit dem österreichischen und damit auch mit anderen europäischen Standards vergleichbar ist. Vier Jahre nach dem ersten Zertifizierungsprozess in Slowenien kann ich sagen: Das war eine zu 100 Prozent richtige Entscheidung.

ARGE Gentechnik-frei: Was sind die Vor- und Nachteile dieser Ähnlichkeit?

Marina Koren-Dvoršak: Ich sehe keine Nachteile. Unser Standard ist ein privater; d.h. wir können sehr rasch nötige Anpassungen vornehmen, wenn sich im europäischen Gentechnik-frei Sektor etwas weiterentwickelt. Die Vergleichbarkeit der europäischen Gentechnik-frei Standards wird in zunehmendem Maße wichtig für die gesamte Wertschöpfungskette. Nur so können EU-weit die gleiche Produktqualität und die gleichen Anforderungen für Hersteller und Vermarkter garantiert werden.

ARGE Gentechnik-frei: Wie reagieren die slowenischen Konsumenten auf Gentechnik-freie Produkte, die Ihr Label tragen? Wie gut werden Produkte und Label akzeptiert?

Marina Koren-Dvoršak: Unter den gut informierten Konsumenten hat das Label bereits eine hohe Bekanntheit. Die Mehrheit der Konsumenten kann jedoch wenig mit dem Begriff „Gentechnisch veränderte Organismen“ anfangen. GVOs haben einen negativen Beigeschmack, aber die meisten Menschen wissen nicht sehr viel darüber. Wir sind deshalb auch bei jeder Gelegenheit um Aufklärung und Bildung bemüht – sei es bei Messen oder landwirtschaftlichen Versammlungen oder bei den Kontrollen selbst. Unsere Prüfer verfügen über mit umfangreiches Know-how ausgestattet und können neben technischen Fragen zur Gentechnik-frei Zertifizierung beispielsweise auch zu ethischen oder ökologischen Themen informieren.
Der Absatz Gentechnik-freier Produkte steigt in Slowenien jedenfalls signifikant – dies melden uns alle unsere Mitgliedsbetriebe zurück. Die 340 gekennzeichneten Produkte in Slowenien haben einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen, nicht zertifizierten.

ARGE Gentechnik-frei: Wie reagieren die slowenischen Produzenten und Händler auf das Label? Konnten Sie in den letzten Jahren Veränderungen beobachten?

Marina Koren-Dvoršak: Die Zahl der Mitglieder steigt jedenfalls an; vielleicht nicht so stark wie wir es uns wünschen, aber sie steigt. Den Löwenanteil machen Milchprodukte aus. Wir haben aber auch schon zwei Eier- und einen Nudelproduzenten an Bord. Es sind noch viele Bereiche offen – auch was beispielsweise die Auslobung von Bioprodukten anbelangt. Aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen können wir momentan nur konventionelle Produkte zertifizieren.

ARGE Gentechnik-frei: Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer Arbeit?

Marina Koren-Dvoršak: Es gibt zwei große Themen: Einerseits weitere slowenische Branchen und Produzenten von den Vorteilen der Gentechnik-frei Zertifizierung zu überzeugen und sie als Mitglieder zu gewinnen. Andererseits gibt es zahlreiche technische Herausforderungen im Kontrollprozess. Ich spreche hier unter anderem vom Risiko der Verunreinigungen, die in alle Gentechnik-frei Systemen in Griff gebracht werden müssen.

ARGE Gentechnik-frei: Wie schätzen Sie die Unterstützung österreichischer Händler und Konsumenten, aber auch österreichischer Player wie der ARGE Gentechnik-frei und anderer NGOs ein?

Marina Koren-Dvoršak: Die Kooperation zwischen den beiden Ländern ist sehr wichtig. Die Probleme im Kontrollprozess sind in jedem Land dieselben – hier kann man von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Der Handel zwischen Österreich und Slowenien ist sehr rege, insofern ist eine gegenseitige Anerkennung des Gentechnik-frei Standards natürlich essenziell. Für uns ist die Unterstützung österreichischer Player wie der ARGE Gentechnik-frei unheimlich wichtig, denn hier gibt es jahrelange Erfahrung, auf die wir zurückgreifen können.

ARGE Gentechnik-frei: Was sind die Perspektiven für die Gentechnik-frei Kennzeichnung in Slowenien in den nächsten drei bis fünf Jahren?

Marina Koren-Dvoršak: Wir erwarten, dass der Gentechnik-frei Sektor stark wächst. Wir wollen vor allem im Bereich Eier- und Fleischproduktion durchstarten und auch den Milch-Sektor weiter ankurbeln und von den Vorteilen überzeugen. Wir stehen noch immer ziemlich am Anfang und es liegt jedenfalls noch viel Arbeit vor uns.

ARGE Gentechnik-frei: Danke für das Gespräch.

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