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Erfolgsgeschichte: Gentechnik-freie Milch aus Österreich

Der Weltmilchtag am 1. Juni ist willkommener Anlass, auf ein Erfolgskapitel der österreichischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zurückzublicken.

© VÖM

Fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass die gesamte heimische Milchwirtschaft den Umstieg auf die Gentechnik-freie Produktion vollzogen hat – nachdem vor knapp 12 Jahren, genau genommen im August 2003, die Tirolmilch als erste heimische Molkerei den damals sehr mutigen Schritt in Richtung Umstellung gewagt hat und so zum Pionier in der europäischen Lebensmittelproduktion geworden ist. 

„Mit der Einführung der Gentechnik-freien Milchproduktion hat Österreich einmal mehr seine Innovationskraft und seine Vorreiterrolle für hochqualitative Produktionstechniken unter Beweis gestellt; beides wesentliche Faktoren, die einen Mehrwert für österreichische Milch und Milchprodukte ausmachen“, weiß Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung der Österreichischen Milchverarbeiter (VÖM) und als Geschäftsführer der Kärntnermilch einer der ersten im Lande, die auf Gentechnik-freie Fütterung umgestellt haben.

Vom Pionier zur Branchenlösung
2003 war es die Tirolmilch, die als erste Molkerei Teile ihres Sortiments nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase – mit Schulungen für Landwirte, Testprogrammen für Futtermittel, Finetuning der Qualitätssicherung und viel Überzeugungsarbeit – umgestellt hat (siehe auch: Interview Andreas Geisler). 2005 ging es dann Schlag auf Schlag: Die niederösterreichische NÖM stellte mit August 2005 ihr komplettes Frischmilch-Sortiment auf kontrolliert Gentechnik-freie Erzeugung um und löste damit einen massiven Schub in der Molkereibranche  aus: Innerhalb weniger Monate folgten mit Kärntnermilch, Obersteirische Molkerei, Pinzgaumilch, Berglandmilch und Gmundner Milch die meisten großen Marken diesem Schritt; bis in den Juni 2010 war die branchenweite Umstellung vollzogen.  

Eine Entwicklung, die Hochachtung verdient, denn: „Neben organisatorischen und technischen Fragestellungen war vor allem auch die Überzeugung der Mitglieder eine wesentliche Herausforderung“, erinnert sich Helmut Petschar. „Schließlich sind die österreichischen Molkereien zum größten Teil genossenschaftlich organisiert. Derartige Umstellungen sind daher ohne das Einverständnis der Mitglieder, also aller Landwirte, nicht darstellbar. Natürlich ist es auch notwendig, die durch die Gentechnik-freie Fütterung verursachten Mehrkosten am Markt entsprechend umzusetzen. Durch die Konzentration der Handelslandschaft in Österreich ist dies keineswegs einfach und bleibt eine Herausforderung, die nach wie vor täglich zu bewältigen ist.“

© Tirolmilch

Wachsende Chancen am europäischen Markt
Wurde die Gentechnik-Freiheit österreichischer Produkte vor Jahren in anderen Ländern noch belächelt, so hat sich diese Perspektive in der Zwischenzeit stark gedreht: „Österreich ist dem in immer mehr Ländern einsetzenden Trend zur Gentechnik-freien Produktion voraus! Denn wir sind nach wie vor das einzige Land mit einer flächendeckend Gentechnik-freien Milchproduktion,“ ist Helmut Petschar stolz auf seine Branche. „Andere Länder starten derzeit oder versuchen dies - mit all den damit verbundenen Umstellungsschwierigkeiten. Diese Entwicklung stimmt uns positiv, und wir bemühen uns, diese Form der Produkte auch in diesen Ländern anzubieten. Immerhin: 50% unserer Milch werden exportiert!“

„Das Vorbild Österreich hat immer wieder dabei geholfen, in Deutschland das Eis zu brechen“, erklärt Alexander Hissting, Geschäftsführer des deutschen Zeichengeber-Verbandes VLOG. „Zu Anfang der ‚Ohne Gentechnik’-Kennzeichnung in Deutschland stand oft die Behauptung im Raum, so eine Produktion sei allenfalls in der Nische umsetzbar. Da war es sehr hilfreich, auf die Situation in Österreich verweisen zu können.“ So zeigt denn auch die Entwicklung in Deutschland viele Parallelen zu Österreich: „Angefangen hat alles mit einer kleinen regionalen Molkerei 2005,“ erzählt Hissting. „Richtig los ging es, als Friesland Campina 2008 mit der Marke Landliebe eingestiegen ist. Ganz aktuell ist in den Bereich der Molkereiprodukte viel Bewegung gekommen: So plant Deutschlands Nummer 2 im Lebensmittelhandel, REWE, bei seinen Eigenmarken Schritt für Schritt auf Gentechnik-freie Fütterung umzusteigen. Auch der Diskont ist mittlerweile am Thema Gentechnik-frei dran. Die erfreulichste Entwicklung gibt es in Bayern: Dort werden etwa 40-50% der Milch ‚Ohne Gentechnik’ produziert; in ganz Deutschland etwa 10%".

 

Europaweiter Trend zur Gentechnik-Freiheit feststellbar
Dass Österreichs Molkereien mit ihrem Bekenntnis zur Gentechnik-Freiheit einen europaweiten Trend ausgelöst haben, ist mittlerweile unverkennbar: So gibt es bereits in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Slowenien und Südtirol vergleichbare Kennzeichnungssysteme, mit einer wachsenden Zahl von Produkten am Markt. Auch in den osteuropäischen Ländern wächst das Interesse: Noch in diesem Jahr will Ungarn eine entsprechende Regelung verabschieden; auch in Serbien, Kroatien und Polen wird darüber nachgedacht.

Grund genug also, zum Weltmilchtag 2015 eine höchst zufriedene Bilanz zu ziehen. Waren die ersten Schritte ausgewählter Molkereien in Richtung Gentechnik-freier Produktion noch von internen und externen Widerständen begleitet, so ist mittlerweile eines klar: Die österreichische Landwirtschaft und Milchproduktion  hat sich einmal mehr als Vorreiter erwiesen und einen Trend eingeleitet, der wohl in den nächsten Jahren ganz Europa erfassen wird.

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