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Gentechnik-frei: Bald auch in Ungarn

Für großes Interesse sorgte die Präsentation von Levente Körösi, Vertreter des ungarischen Landwirtschaftsministerium, bei der „GMO-free Labeling Conference“ in Wien am 25. April.

Auch in Ungarn laufen intensive Vorbereitungen für ein Kennzeichnungssystem; mit Ende 2016 sollen Gentechnik-freie Produkte auch bei unseren östlichen Nachbarn ausgelobt werden können.

Die Position Ungarns in Bezug auf Gentechnik ist seit Jahren sehr klar: Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist verboten; mehrfach ließ die ungarische Regierung tausende Hektar Felder abbrennen, auf denen illegalerweise gentechnisch veränderter Mais angebaut wurde. Den Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft hat Ungarn sogar in der Verfassung festgeschrieben; ähnlich wie Österreich zählte Ungarn zu den allerersten EU-Mitgliedsstaaten, die 2015 das „Opt-Out“ aus dem Anbau gentechnisch veränderter Produkte verabschiedeten.

Eckpfeiler des ungarischen Gentechnik-frei Systems

Ende April stellte Levente Körösi vom ungarischen Landwirtschaftsministerium in Wien erstmals die Details des geplanten Kennzeichnungssystem vor: Die Verordnung zur Regelung der Anforderungen ist bereits verabschiedet, der EU-Notifizierungsprozess läuft. Mit dem Start der Kennzeichnung wird Ende des Jahres gerechnet. Produkte, die die Anforderungen des Gentechnik-frei Gesetzes erfüllen und entsprechend kontrolliert wurden, dürfen als „Aus Gentechnik-freier Produktion“ ausgelobt werden. Die Entwicklung eines Logos ist gerade im Gange. Die Vergabe des Zeichens soll über eine eigene Organisation, voraussichtlich eine Tochtergesellschaft des Landwirtschaftsministeriums, erfolgen.

Erstmals auch: Regelung für Honig

Die meisten der Vorgaben sind vergleichbar mit den Regelungen in Österreich oder Deutschland. Sowohl Futtermittel, als auch pflanzliche Lebensmittel werden kontrolliert. Für die Tierfütterung sind klar definierte Umstellungsfristen vorgesehen: Bei Geflügel betragen diese sechs Wochen in der Legehennenhaltung und drei Monate bei Mastgeflügel. Mastschweine müssen für die Auslobung vier Monate lang Gentechnik-frei gefüttert werden, andere Tierarten wie Rind oder Schaf zwölf Monate lang. Bei der Milchviehhaltung weicht die ungarische Lösung allerdings vom Österreichischen Lebensmittel-Codex ab: Ähnlich wie in Deutschland muss Milchvieh (Kühe, Schafe, Ziegen) drei Monate lang Gentechnik-frei gefüttert werden, bevor die Milch als „Aus Gentechnik-freier Produktion“ vermarktet werden darf.

Neu ist die Regelung für die Bienenzucht: Für Gentechnik-freien Honig dürfen in einem Umkreis von 5,5 km um den Bienenstock keine GVO-Pflanzen angebaut werden – angesichts des ungarischen Anbauverbots keine schwere Hürde, außer vielleicht in Grenzgebieten. Auch zugefütterte Substanzen dürfen keine GVO enthalten oder daraus bestehen. Im Rahmen der Wiener „GMO-free Labeling Conference“ wurde bereits in ersten Gesprächen mit Bienenzüchtern und Behörden vereinbart, dass eine ähnliche Regelung auch bei der nächsten routinemäßigen Evaluierung des Österreichischen Lebensmittel-Codex in 2017 diskutiert werden soll.

Die größte Abweichung gibt es im Bereich der Futtermittelproduktion: Anders als in Österreich oder Deutschland gilt dort ein Grenzwert von 0,1% für zufällige oder technisch unvermeidbare Verunreinigungen mit GVOs. Ob dieser in der Praxis auch tatsächlich lückenlos eingehalten werden kann, da ja auch Ungarn Soja importiert, die teilweise aus GVO-Anbau stammt, muss entsprechend genau beobachtet werden.

So wie alle anderen europäischen Kennzeichnungssysteme hat auch Ungarn in Wien die „Vienna Declaration“ unterzeichnet – mit dem klaren Ziel, in der nächsten Zeit eine Harmonisierung der europaweiten Anforderungen bei der Gentechnik-freien Produktion herbeizuführen. Ungarn als neuer starker Player im „Team“ der europäischen Gentechnik-frei Kennzeichnungssysteme ist jedenfalls ein wichtiges Signal für den europaweit wachsenden Stellenwert Gentechnik-freier Lebensmittel!

Weitere Details zur ungarischen Regelung finden Sie hier.

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