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Gentechnik-frei wird immer mehr zum anerkannten Qualitätsmerkmal

Ausreichende Versorgung sicher; lange Erfahrung zeigt: Verunreinigungen immer besser im Griff. Debatten in Deutschland betreffen Österreich kaum.

Während in anderen europäischen Ländern, in denen in den letzten Jahren vergleichbare Kennzeichnungssysteme für Gentechnik-freie Lebensmittel die Marktreife erlangt haben, speziell die letzten Wochen und Monate von intensiven Debatten zu Themen der Machbarkeit der Gentechnik-freien Produktion, der Verfügbarkeit von Rohwaren und der rechtlichen Grenzbereiche in der Gentechnik-freien Lebens- und Futtermittelproduktion geprägt waren, entwickelt sich die Gentechnik-Freiheit in Österreich stetig und konsequent zum weithin unbestrittenen Qualitätsmerkmal heimischer Lebens- und Futtermittel heran. Verfügbarkeit der Rohwaren ist aktuell kaum ein Thema; mit den langjährigen Optimierungs­prozessen – speziell in der Futtermittel­produktion – ist es gelungen, Verunreinigungen mit GVOs mehr und mehr zum Ausnahmefall zu reduzieren. Und die Zahl der Produktbereiche, die das  Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“ führen, nimmt laufend zu.

Milch-, Frischeier- und Masthühnerproduktion sind bereits seit längerem vollständig auf Gentechnik-frei umgestellt; im Bereich der Frischeier ist im Lebensmittelhandel auch weitgehend bereits die Umstellung auf Fütterung mit Gentechnik-freier und herkunftsgesicherter Donau Soja vollzogen – also der Ausstieg aus der Eiweiß-Versorgung mit brasilianischer Soja. In vielen weiteren Bereichen (z.B. Schweinefleisch, Brot- und Backwaren, Obst und Gemüse) nehmen Produkte mit der Qualitätsauslobung „Ohne Gentechnik hergestellt“ rasch zu. Jüngste Neuerungen: Teigwaren, Schafmilch- und Ziegenmilchprodukte sowie auch Hundefutter aus kontrolliert Gentechnik-freien Zutaten! Derzeit sind rund 3.500 Produkte in dieser Weise ausgelobt – aus konventioneller Produktion ebenso wie Bio-Produkte (sind gemäß EU-Bio-Standard Gentechnik-frei).

Erfolgsparameter für „Gentechnik-frei“ in Österreich

Was sind denn die Gründe dafür, dass die Gentechnik-Freiheit in Österreich mittlerweile zum breiten Konsens zwischen Landwirtschaft, Futtermittelindustrie, Lebensmittelher­stellern und Handel geworden sind, während andernorts, allem voran auf dem deutschen Markt, die Widerstände mit wachsender Markt-Relevanz der „Ohne Gentechnik“-Produktion zuzunehmen scheinen?

  • Erfahrung und Routine – machen selbstverständlich um vieles sicherer. Seit 1998 ist die erste Codex-Richtlinie für Gentechnik-freie Produktion rechtskräftig; in mehrfachen, alle relevanten Markt-Player einbindenden Novellierungsprozessen ist eine Fülle von Praxiserfahrungen in die Weiterentwicklung der Richtlinie eingeflossen. Seit den ersten Umstellungen großer Molkereibetriebe im Jahr 2005 und insbesondere dann seit den Umstellungen im Bereich Legehennen und Mastgeflügel ist die Gentechnik-Freiheit speziell in der Futtermittelproduktion von der Nische zum relevanten Marktsegment geworden. Umstieg auf Werke mit ausschließlich Gentechnik-freier Produktion bzw. wachsende Erfahrung beim Umgang mit Spülchargen haben wesentlich zur Sicherheit der Gentechnik-freien Produktion beigetragen. Praktisch alle heimischen Futtermittelwerke sind in die Gentechnik-freie Produktion eingebunden; mit regelmäßigen Kontrollen und Überkontrollen und mit einem intensiven, auch brancheninternen Austausch zu Fragen der Qualitätssicherung und der Versorgungssicherheit.
  • Miteinander statt gegeneinander – von allem Anfang an waren der Auf- und Ausbau der Gentechnik-freien Produktion in Österreich von einer unvergleich­baren Kooperations- und Koordinationsbereitschaft geprägt. Über alle Hürden des Mitbewerbs hinweg ist die Plattform der ARGE Gentechnik-frei vor allem deswegen gelungen und marktrelevant geworden, weil sie von Beginn weg an von einer breiten Koalition aus Landwirtschaft (bio & konventionell), Lebensmittel­produktion, allen großen Handelsketten, aber auch NGOs und weiteren Stake­holdern aus den Bereichen Ökologie, Konsumentenschutz und Wissenschaft getragen war. Lösungs- und konsensorientiertes Arbeiten im Rahmen der Plattform war und ist der Schlüssel, um tragfähige Lösungen für die zum Teil sehr komplexen Probleme im Umfeld der Gentechnik-freien Produktion entwickeln und realisieren zu können.Die Standards für Gentechnik-freie Produktion und Kontrolle wurden dabei bewusst analog den Bio-Richtlinien gestaltet, da bei Bio der Einsatz von Gentechnik generell verboten ist.
  • Externe Kontrollen schaffen Glaubwürdigkeit & Sicherheit – anders als andere Kennzeichnungssysteme hat die Regelung in Österreich von allem Anfang an auf systematische Kontrollen durch externe Kontrollstellen, analog der Bio-Produktion, gesetzt. Ein Faktor, der massiv zur aktuell hohen Glaubwürdigkeit des Kontroll­zeichens „Ohne Gentechnik hergestellt“ bei Österreichs Konsumenten geführt hat. Andere europäische Systeme – allen voran der VLOG e.V. in Deutschland – sind dabei, diese verpflichtende externe Kontrolle zu übernehmen.  
  • Pioniere für den Start – Branchenlösungen für die Marktrelevanz – wie bei allen Innovationen waren es auch bei der Gentechnik-Freiheit einige wenige Pionierbetriebe, die in ihrem Bereich den Schritt in Richtung Umstellung gewagt haben – wie zum Beispiel: Toni’s Freilandeier bei den Frischeiern, Tirolmilch und NÖM AG bei der Milch, die Bäckerei Hager bei Brot & Backwaren und Fleisch­waren Berger beim Schweinefleisch. Den Markt und das Konsumverhalten fundamental bewegt haben allerdings die Entscheidungen, manche Branchen im Konsens aller Player komplett auf Gentechnik-freie Produktion umzustellen: Frischmilch im Juni 2010, Frischeier im Oktober 2010, Masthühner im März 2012. Auch für weitere Marktsegmente ist dieser Weg empfehlenswert.
  • Lebensmittelhandel als Katalysator und Pull-Faktor – dem Lebensmittelhandel, allen voran die drei großen Markt-Player Hofer, REWE und SPAR, ist von allem Anfang an eine zentrale Rolle bei der Veränderung des Marktes in Richtung Gentechnik-Freiheit  zugekommen. Ohne den Mix an konsequenter Auslistung gentechnisch veränderter Produkte, Unterstützung für die Weiterentwicklung ausgewählter Gentechnik-freier Projekte und Produktionen und mitunter auch Einwirkung auf Lieferanten, ihre Produktion entsprechend umzustellen, wäre der Gentechnik-freien Produktion kaum ein Erfolg zuteil geworden. Speziell für den Lebensmittelhandel gilt: Die konstruktive Zusammenarbeit der drei großen Player, über alle Grenzen des Mitbewerbs hinweg, hat überdurchschnittlich hohen Anteil am Erfolg.
  • Gentechnik-Freiheit löst auch weitere Qualitätsprojekte aus – in vielen Fällen hat die Umstellung auf Gentechnik-freie Produktion auch weitere Qualitätsoffen­siven ausgelöst bzw. mitunterstützt – wie den verstärkten Einsatz regionaler Eiweißträger in der Fütterung, Lösungsansätze für die Markt-Verfügbarkeit für manche Gentechnik-frei hergestellten Zutaten (z.B. Vitamine, Enzyme) sowie den Start und die Entwicklung eines der wohl ambitioniertesten Projekte in der europäischen Landwirtschaft: Die Unterstützung, Förderung und Auslobung des Gentechnik-freien und herkunfts­gesicherten Soja-Anbaus in der Donau Region – das Projekt Donau Soja.
  • Gentechnik-freie Zusatzstoffe für die Lebensmittelproduktion – bei manchen Lebensmitteln ist es schwierig bis fast unmöglich, die richtigen Rezepturkomponenten zu finden, die den Kriterien und Anforderungen für die Auslobung als „Ohne Gentechnik hergestellt“ entsprechen. In vielen Fällen geben Informationsplattformen wie z.B. infoXgen.com wertvolle Auskunft über Lieferquellen; auch Kontrollstellen sind wichtiger Partner für die Recherche nach regelkonformen Zutaten. Je komplexer die Zusammen-setzung eines verarbeiteten Lebensmittels, desto schwieriger ist allerdings der Weg in Richtung Gentechnik-frei Auslobung.
  • Gentechnik-freie Rohwaren für Futtermittelproduktion – Gentechnik-freie Rohwaren für die Futtermittelproduktion sind in den meisten Fällen in ausreichender Menge vorhanden. Im Verknappungsfalle sieht sich die ARGE Gentechnik-frei als Partner, um Lösungen zu entwickeln – wie zum Beispiel in der Vergangenheit bei der Mais-Zertifizierung aus nicht-öster­reichischer Produktion oder bei Notfalls-Szenarien angesichts der hoch­wasser­bedingten Soja-Verknappung im Sommer 2013.
    • Mais & Raps: Hier kann generell gesagt werden: Die nationalen Anbauverbote sorgen dafür, dass Mais und Raps österreichischer Herkunft in der Regel bedenkenlos einsetzbar sind – entsprechende Kontrolle und Beprobung vorausgesetzt. Schlechte Erntejahre konnten bis dato immer in branchenübergreifender Kooperation ausge­glichen werden.
    • Soja: Nach Angaben der wichtigsten Kooperationspartner – Handelshaus Pilstl, Vereinigung der brasilianischen Non-GMO Soja Vermarkter ABRANGE und dem weltweit tätigen Zertifizierungs­institut Cert-ID – steht ausreichend Gentechnik-freies Sojaschrot für den europäischen Bedarf zur Verfügung. Etwa zehn Prozent der gesamten Sojaernte Brasiliens (rund 74 Mio. Tonnenn) wird chargenbezogen als Non-GMO Soja (mit max, 0,1% GVO-Gehalt) zertifiziert – oder könnte dies sofort werden, wenn die entsprechende Menge nachgefragt wird. Nach übereinstimmender Expertenmei-nung stehen damit derzeit jährlich über sechs Mio. Tonnen zertifizierter Non-GMO Soja zur Verfügung – ein Volumen, das bei gesteigerter Nachfrage durchaus noch ausbaufähig ist.
    • Zukunftsmarkt Donau Soja: Zusätzlich ist das Angebot Gentechnik-freier, herkunftsgesicherter Soja aus der Donauregion signifikant im Steigen. Im Jahr 2013 betrug die Ernte zertifizierter Donau Soja rund 70.000 Tonnen; für 2015 werden bis zu 400.000 Tonnen erwartet. Mittelfristig ist laut Schätzungen der Österreichischen Landwirt­schafts­kammer ein Volumen von rund 1,5 Mio. Tonnen Donau Soja denkbar.
  • Das klare Ziel: Europäische Harmonisierung – nach und nach gewinnt auch in anderen europäischen Ländern die Lebensmittel­pro­duktion ohne Gentechnik an Bedeutung und Nachfrage: Neben Deutschland und Österreich gibt es vergleich­bare Regelungen bereits in Frankreich, Luxemburg, Südtirol und Slowenien; weitere sind im Entstehen. Daher steht die zentrale Herausforderung bereits vor der Tür: Um Wettbewerbs­nachteile, unterschiedliche Anforderungen bei der Produktion und einen Vertrauens­ver­lust bei Konsumenten angesichts unterschied­licher Regelungen und Kenn­zeichen in den europä­ischen Ländern zu vermeiden, ist eine europäische Vernetzung und Harmonisierung dringend gefragt. Die ARGE Gentechnik-frei beteiligt sich daher aktiv an allen relevanten Prozessen, die eine Harmonisierung zum Ziel haben. Darüber hinaus arbeiten ARGE Gentechnik-frei und VLOG e.V. aktiv an einer gegenseitigen Anerkennung der beiden am weitesten ausgeprägten Kennzeichnungssysteme – in Deutschland und in Österreich.

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