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Gentechnik-freies Tierfutter ist wichtigste Grundlage für GVO-freie Produktion

Gentechnik-freie Futtermittel sind die Basis für viele Gentechnik-freie Produkte. Die Fixkraft Futtermittel GmbH war das erste Futtermittelwerk Österreichs, das zertifiziert GVO-freies Futter anbot.

© Fixkraft

Was die Beweggründe dazu waren, wie es heute um Gentechnik-freies Tierfutter steht und wie die Zukunft aussieht verrät uns Rupert Bauinger, Geschäftsführer von Fixkraft, im Interview.

ARGE Gentechnik-frei: Die Fixkraft Futtermittel GmbH war das erste Futtermittelwerk Österreichs, das Mitglied der ARGE Gentechnikfrei war und das Zeichen verwendet hat. Was waren die Beweggründe damals?

Rupert Bauinger: Wir haben schon seit 2008 ein eigenes Werk, in dem ausschließlich GVO-freies Futter produziert wird; seit 2012 verwenden wir auf unseren Futtermitteln das Zeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Die separate Produktionsanlage hat uns große Vorteile bei der Vermeidung von GVO-Verschleppungen gebracht; die Zeichennutzung hilft unseren Kunden, schon beim ersten Blick auf den Sackanhänger zu erkennen, dass sie GVO-freie Ware bekommen haben.

ARGE Gentechnik-frei: Woher bezieht Fixkraft seine Futtermittel?

Rupert Bauinger: Was die Gentechnik-Freiheit anbelangt gelten im Futtermittelbereich drei Rohstoffe als „kritische“ Komponenten: Mais, Rapsschrot und Soja. Weil Mais und Raps aus Regionen bezogen werden, in denen ein Anbauverbot für GVO-Pflanzen besteht, ist das Kontaminationsrisiko sehr gering. Anders ist die Lage beim Sojaschrot. Gesichert GVO-freier Schrot kommt vor allem aus Brasilien; mittlerweile wird auch Ware aus Indien angeboten. Wir setzen in den letzten Jahren zudem sehr stark auf europäische Sojabohnen, die als „Donau Soja“ auf den Markt kommen.

ARGE Gentechnik-frei: Wie viel Prozent der Fixkraft Futtermittel sind nunmehr Gentechnik-frei und was sind Ihre Ziele in dieser Hinsicht?

Rupert Bauinger: Mittlerweile werden ca. 75% unserer Produktion mit rein GVO-freien Rohstoffen hergestellt. Wir setzen uns zum Ziel, diesen Anteil zu halten. Wenn die Preisdifferenz zum mittlerweile „normalen“ Soja zu hoch wird, sind die Abnehmer nicht mehr bereit, die Mehrkosten zu bezahlen.

ARGE Gentechnik-frei: Der Umsatz mit GVO-freien Futtermitteln wächst. Wie kann der Wendepunkt erreicht werden, ab dem für ein Futtermittelwerk der Einsatz ausschließlich GVO-freier Ware wirtschaftlich attraktiver?

Rupert Bauinger: Ich würde sagen: Der Umsatz ist stabil. In den Fleischsparten mit stark internationalen Verflechtungen, wie zum Beispiel beim Schweinefleisch, lassen sich die zusätzlichen Kosten einfach nicht unterbringen. Für unsere Futtererzeugung wäre eine komplette Umstellung auf GVO-frei natürlich praktischer, weil dadurch die Kosten der Trennung von Warenströmen und aufwändiger Analysen wegfielen.

ARGE Gentechnik-frei: In Österreich ist die gesamte Milch-, Legehennen- und Masthühnerbranche Gentechnik-frei. Wie sieht es im Bereich der Fleischproduktion aus? Wohin geht der Weg?

Rupert Bauinger: In der Rindfleischproduktion sehe ich Möglichkeiten; in der Schweinehaltung gibt es abseits von einzelnen Projekten geringe Chancen.

ARGE Gentechnik-frei: Wie steht es um die Nachfrage für Gentechnik-freie Futtermittel im restlichen Europa aus? Wie hoch ist Ihr Exportanteil?

Rupert Bauinger: Während aus Deutschland die Nachfrage steigend ist, wird der Gentechnik-Freiheit in den nördlichen und östlichen Nachbarländern wenig Stellenwert beigemessen. Der Exportanteil liegt momentan bei etwa 16%.

ARGE Gentechnik-frei: Sie sind auch Obmann der Gesellschaft für gesunde Tiernahrung (GGT). Welche Ziele verfolgt der Verband und wer sind die Mitgliedsbetriebe?

Rupert Bauinger: In der GGT geht es um die gemeinsamen Ziele der Futterbranche: Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit. Deshalb gibt es zum Beispiel ein gemeinsames Monitoring der Rohstoffe auf Schadstoffe wie zum Beispiel Dioxine, Toxine, Schwermetalle, usw. Das ist eine wichtige Hilfestellung für die regionale Futtermittelwirtschaft. Sie kann sich so den stetig wachsenden Herausforderungen stellen. Die Mitglieder der GGT haben sich auch verpflichtet, die Ergebnisse von OGT-Untersuchungen anonymisiert in eine neutrale Datenbank einzupflegen. Mitgliedsbetriebe sind Mischfutterhersteller aus Österreich, die sich zusammengeschlossen haben, um Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

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