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Gentechnik verursacht zusätzliche Kosten für alle

Der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat auf seiner Herbsttagung am 7. November 2014 in Berlin mit Meinungsträgern aus Politik, Landwirtschaft und Einzelhandel die Kosten der Agro-Gentechnik diskutiert.

ARGE Gentechnik-frei Obmann Markus Schörpf diskutierte vor Ort mit ©BÖLW

Eines der Hauptdiskussionsthemen war die Frage, wer für die zusätzlichen Kosten aufkommt, die Gentechnik-frei-Produzenten leisten müssen, um trotz der durch Gentechnik-Anwender in Umlauf gebrachte GVOs, eine Gentechnik-freie Erzeugung zu gewährleisten. Für BÖLW-Vorstand Alexander Beck handelt es sich hierbei um eine Gerechtigkeitsfrage, da seiner Meinung nach nicht diejenigen, die Gentechnik-frei produzieren wollen, für Kosten aufkommen dürfen, die erst durch den Gentechnik-Anbau entstehen. Hersteller, die auf gentechnisch veränderte Organismen setzen, versprechen sich dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil, weswegen Beck die Meinung vertritt, dass diese auch für eventuelle Folgekosten aufzukommen haben.

Zu Bedenken gab Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim deutschen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, dass es jenseits der Haftungsregeln des Gentechnikrechtes faktisch unmöglich sei Kostenersatz durch Verursacher geltend zu machen – vor allem, wenn diese in anderen Kontinenten wirtschaften. REWE-Vertreter Ludger Breloh sieht die einzige Chance in einem großräumigen und rechtssicheren Verbot des Gentechnikanbaus und einer vollständigen Umstellung auf Gentechnik-freie Fütterung, um Sicherheit zu schaffen und zusätzliche Kosten zu vermeiden. Dem schließt sich auch der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner an und fordert mehr Verantwortung von der Regierung in Sachen Agro-Gentechnik.

Auch BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz von Löwenstein forderte die Politik dazu auf, im Sinne der Ansprüche an die Ernährungskultur, an die Wettbewerbsgerechtigkeit und an die Vorsorge gegenüber Risiken der Agro-Gentechnik, die effizienteste Methode der Qualitätssicherung umzusetzen: die Gentechnik von den Äckern zu verbannen.

Finanzielle Schäden durch Gentechnik

Im Rahmen der Tagung wurden die Ergebnisse des „Schadensbericht Gentechnik 2014“ von Alex Wirz vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau präsentiert. Die Studie zeigt auf, dass durch Agro-Gentechnik für alle Teilnehmer Kosten für Trennung, Reinigung, Qualitätssicherung und auch für die Haftung entstehen. Durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und die im Umlauf befindlichen Gentechnik-Futtermittel aus Übersee werden Kosten verursacht, die die Hersteller von Gentechnik-freien Produkten schwer belasten.

Vor allem Mehrkosten bei der Trennung von GVO und Nicht-GVO entlang der gesamten Wertschöpfungskette belasten die Unternehmen; nur die Vermeider, aber nicht die Verursacher müssen dafür aufkommen. Am Beispiel der Milchindustrie in Deutschland könnten bei einer 100% Gentechnik-freien Produktion Kosten von 2,635 Mrd. Euro vermieden werden. Die Eierbranche könnte bei einer 100% Gentechnik-freien Sojafütterung Kosten von 80,83 Mio. Euro einsparen.

Die Studie zeigt auf, dass eine generelle Vermeidung der Koexistenz von gentechnisch verändertem und Gentechnik-freiem Anbau die beste Lösung darstellt – eben auch aus wirtschaftlicher Sicht.

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