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„Gentechnisch korrigierte Organismen“ – nächster Entwicklungsschritt in der Biotechnologie?

Italienische Agrarforscher veröffentlichen eine Studie zu neuen Züchtungsmethoden. Dabei werden Veränderungen im Erbgut, ohne Verwendung artfremder Gene, getestet.

Die Forscher, unter der Führung des indischen Biotechnologen Chidananda Kanchiswamy, sprechen bei diesem Verfahren von „gentechnisch bearbeiteten Organismen“ („genetically edited organisms – GEOs“) bzw. „gentechnisch korrigierten Organismen“. Dabei liegt der wesentliche Unterschied bei der Erbgut-Manipulation zwischen „gentechnisch veränderten Organismen“ (GVOs) und den „GEOs“ darin, dass bei GV-Pflanzen artfremde Gene verwendet werden und bei „GEOs“ nicht.

Kein Gentransfer – aber dennoch nicht Gentechnik-frei?

Allerdings: Es gibt aktuell keine eindeutigen Bestimmungen für „gentechnisch veränderte Organismen“. Die EU-Definition besagt lediglich: GVOs sind Organismen, deren genetisches Material so verändert wurde, wie es auf natürliche Weise durch Kreuzen bzw. Neukombination von Genen nicht möglich ist. „Diese Definition lässt unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten offen“, gibt Helmut Gaugitsch vom österreichischen Umweltbundesamt zu bedenken. Es bleibe daher auch ein Deutungsspielraum, vor allem im Hinblick auf die Veränderung mit arteigenen Genen.

Die Studie der italienischen Forscher liefert einen Überblick über neue Zugänge in der  Biotechnologie, die DNA ohne Einsatz artfremder Gene verändern können. Bei diesen neuen Technologien spricht man unter anderem von CRISPR oder von ZFN. Das Forscherteam zeigt mögliche Anwendungsbereiche derartiger Methoden für die Zukunft auf: so zum Beispiel Bananen, die mehr Vitamin A produzieren oder Äpfel, die sich nicht braun verfärben, wenn man sie anschneidet.

Allerdings: Die Tatsache, dass bei der ZFN-Technik keine artfremden Gene verwendet werden, heißt noch lange nicht, dass ihre Ergebnisse nicht dennoch gentechnisch veränderte Produkte bzw. Substanzen sind: „Dies hängt immer davon ab, wie im Konkreten vorgegangen wird. Es gibt ZFN-Techniken, die eindeutig zu GVOs führen, bei anderen ist das strittig“, erklärt Gaugitsch.

Zahlreiche offene Fragen

Aktuell befindet sich diese Entwicklung noch in den Kinderschuhen; konkrete Anträge für die Zulassung von „GEOs“ liegen keine vor. Dennoch hat die EU-Kommission eine Arbeitsgruppe mit der Aufgabe betraut, eine genauere Begriffsdefinition für GVOs und damit auch für GEOs zu entwickeln. „Man soll sich bei der Diskussion aber nicht in Definitionsfragen verrennen“, meint Helmut Gaugitsch. „Aus Sicht des Gesundheits- und Umweltschutzes hat eindeutig Priorität: Wir müssen das Risiko neuer Züchtungstechnologien für Mensch und Umwelt abschätzen können, bevor diese zugelassen werden – und dies unabhängig davon, ob es sich dabei um GVOs im Sinne des EU-Rechts handelt oder nicht.“

 

Weitere Informationen sind unter anderem hier zugänglich: http://science.orf.at/stories/1744255. Die gesamte Studie kann hier kostenpflichtig heruntergeladen werden.

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