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Handel und Hersteller fordern klare Regulierung der Neuen Gentechnik

Lebensmittelhandel und führende Hersteller aus Österreich und Deutschland richten einen dringlichen Appell an die EU-Kommission: Sie soll die Verfahren der Neuen Gentechnik und die daraus entstehenden Produkte nach EU-Gentechnikrecht als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einstufen und entsprechend regulieren.

Eine klare Regulierung und Kennzeichnung der Verfahren der Neuen Gentechnik sei essenziell, um die Futter- und Lebensmittelproduktion ohne Gentechnik, die sich in beiden Ländern als wichtiger Qualitätsstandard etabliert hat und mit hohem logistischen und finanziellen Aufwand abgesichert wird, nicht zu gefährden. Auch die Bio-Produktion müsse geschützt werden. Dies verlangen führende LEH-Vertreter wie EDEKA, Lidl, REWE und SPAR sowie Hersteller wie NÖM, Berglandmilch, SalzburgMilch, Kärntnermilch, Wech und Titz in einem Offenen Brief (Link: https://bit.ly/2uhb3Kl).

Die Unternehmen begründen ihre Forderung mit dem Vorsorgeprinzip. Um Konsumenten und Umwelt zu schützen, müssten die Verfahren der Neuen Gentechnik - analog zur bestehenden Gentechnik - vor ihrer Zulassung für Anbau oder Verwendung einer fundier-ten Risikobewertung unterzogen werden. Auch die vollständige Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung seien zu garantieren, damit die Wahlfreiheit für Konsumenten und Hersteller gewährleistet bleibe.

Gentechnik-frei: Wichtiger werdender Qualitätsstandard auf europäischem Markt
In den letzten Jahren hätten sich als "Ohne Gentechnik hergestellt" gekennzeichnete Futter- und Lebensmittel als wichtiger Qualitätsstandard auf dem europäischen Markt etabliert, argumentieren die unterzeichnenden Unternehmen. Diesen Standard sicherzustellen sei für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette mit beträchtlichem logistischem und finanziellem Aufwand verbunden. Doch sei es damit gelungen, dem sehr klar artikulierten Wunsch der Verbraucher nach ohne Gentechnik hergestellten Lebensmitteln gerecht zu werden.

Bio-Produktion und Gentechnik-freie Produktion wären gefährdet
Diese Aufbauarbeit sehen die Unternehmen gefährdet, sollten die Verfahren der Neuen Gentechnik und ihre Produkte unreguliert und nicht wahrnehmbar für Hersteller, Händler und Konsumenten auf den Markt kommen. Auch die Bio-Branche, Herzeigesegment der österreichischen Qualitätsproduktion, wäre davon betroffen, Die Kommission müsse deshalb "auf eine klare, unmissverständliche rechtliche Regelung der Verfahren der Neuen Gentechnik hinarbeiten, die die Produkte daraus rückverfolgbar und erkennbar macht", heißt es im Offenen Brief.

Mit den auch als Genome Editing bezeichneten Verfahren wie CRISPR/Cas, Zinkfinger-Nukleasen, oder Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese kann das Erbgut von Pflanzen und Tieren gezielt und in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß verändert werden. Bisher ist nicht entschieden, wie diese Verfahren innerhalb der EU rechtlich eingeordnet werden. Für den 25. Juli hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine Entscheidung zu diesem Thema angekündigt. Damit steht der EU eine intensive Debatte über die rechtliche Regelung der Neuen Gentechnik bevor. 

Ohne klare Regulierung und Kennzeichnung könnten Produkte aus der Neuen Gentechnik unbemerkt in Lebensmittel, selbst in Bio-Lebensmittel, Einzug finden. Konsumenten hätten damit keine Sicherheit mehr, dass ihre Lebensmittel keine Gentechnik enthalten. Damit wären wesentliche Markenzeichen österreichischer Lebensmittel - die Gentechnik-freie Produktion bzw. die Bio-Produktion - in Gefahr.

"Ohne Gentechnik" als wichtiger Marktfaktor
Lebensmittel ohne Gentechnik sind in Österreich und Deutschland zum wichtigen Marktfaktor geworden: In Deutschland wird damit für 2018 ein Jahresumsatz im Wert von rund 8 Mrd. Euro erwartet; in Österreich sind seit Jahren Milch, Eier und Geflügelfleisch vollständig als Gentechnik-frei zertifiziert. 

Die unterzeichnenden Unternehmen des Offenen Briefes aus Österreich alleine weisen einen gemeinsamen Jahresumsatz von mehr als 24,7 Mrd. Euro auf und beschäftigen mehr als 173.000 Mitarbeiter. Gemeinsam setzen die Unterzeichner aus Österreich und Deutschland pro Jahr 106 Mrd. Euro um; mit insg. 966.000 MitarbeiterInnen.

Link zum Offenen Brief: https://bit.ly/2uhb3Kl

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