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Starker Schritt in Deutschland: LEH für Gentechnik-freie Tierfütterung

Alle großen deutschen Handelsketten sprechen sich eindeutig für Gentechnik-freie Tierfütterung aus; insbesondere bei ihren Eigenmarkenprodukten.

Im Vorfeld der „GMO-free Europe Conference“ von 6.-8. Mai in Berlin meldet sich der Bundesverband des deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH) mit einem beachtlichen Positionspapier zur nachhaltigen Tierfütterung zu Wort: „Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen“ wolle eine Gentechnik-freie Eiweißfütterung und fordert „vorrangig für ihre Eigenmarkenprodukte eine Nutztierfütterung, die auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln vollständig verzichtet“, heißt es darin. Dr. Ludger Breloh,, Leiter des strategischen Einkaufs und Nachhaltigkeitsmanager bei REWE, legt da noch eins drauf: „Schaleneier und Masthühner sind bei uns schon komplett Gentechnik-frei. Bei Tiefkühlgeflügel und Putenfleisch stellen wir demnächst um und natürlich wird bei uns in absehbarer Zukunft auch Schweinefleisch „Ohne Gentechnik hergestellt“ – vorerst mal im Bereich der Eigenmarken.“ Eine beachtliche Ansage, die durchaus als wegweisend bezeichnet werden darf und der europaweit große Vorbildwirkung zu wünschen ist.

Momentan kommt der Großteil des in Deutschland verwendeten Tierfutters aus Übersee – zumeist handelt es sich dabei um gentechnisch veränderte, herbizidresistente Soja vorwiegend aus Brasilien. Einen kleineren Teil davon macht die mehrheitlich von der ProTerra Foundation zertifizierte Gentechnik-freie Soja aus.

Derzeit setzt Deutschland laut BVLH rund 4,5 Mio. Tonnen Sojaschrot aus Übersee ein. Davon gehen 0,8 Mio. in die Milchvieh- und Mastrinderfütterung, 1,2 Mio. in die Geflügelfütterung und 2,5 Mio. Tonnen in die Schweinefütterung. Der Großteil davon ist gentechnisch verändert; aufgrund der aktuellen Marktsituation in Deutschland wird aber mehr und mehr GVO-freie Ware verlangt und eingesetzt.

Mehr Chancen auch für europäische Eiweißträger

Doch die Konsumenten stehen dem immer kritischer gegenüber; der gesellschaftliche Diskurs über verbesserte Qualitätsstandards bei der Nutztierhaltung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Aus diesem Grund sieht der BVLH hier die Notwendigkeit zur Differenzierung – nicht zuletzt, um den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden. Auch eine nachhaltige Landwirtschaft ist dem Verband wichtig, denn die Verwendung von transgenem Sojaschrot „verleitet die Landwirte auf vielfältige Weise dazu, die Regeln einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu verlassen“, schreibt der BVLH. Möglich sei das Ersetzen der gentechnisch veränderten Futtermittel auch durch europäische Eiweißpflanzen – wie z.B. Soja aus dem Donauraum oder andere europäische Eiweißträger. „Dies funktioniert aber nur, wenn zeitgleich unter anderem der Leguminosenanbau in Europa durch entsprechende Nachfrageimpulse gefördert und ausgeweitet wird.“

Klare Perspektiven: Umstellung auf „Ohne Gentechnik“ ist unverrückbares Ziel

Deutliche Worte findet Ludger Breloh dazu beim Kongress in Berlin: „Zumindestens für unsere Eigenmarken bei REWE kann ich sagen: Wir haben ganz klare Vorstellungen und die wollen wir mit unseren Partnern in den nächsten Jahren umsetzen. Wir werden auf alle transgenen Materialien verzichten – bei Lebensmitteln ebenso wie bei Futtermitteln. Und wir listen natürlich auch keinen Kakao mehr, der mit Kinderarbeit geerntet wurde, ebenso wenig wie Palmöl, bei dessen Gewinnung der Primärwald zerstört wird.“

Der LEH bzw. REWE habe bewusst für diesen Umstieg kein Datum vorgegeben. „Wir sind aber bereits jetzt dabei mit all unseren Lieferanten – von den unmittelbaren Lieferanten bis hin zur Futtermittelindustrie – entsprechende Verträge abzuschließen“, so Breloh weiter. „Uns ist bewusst, dass dies ein großes Vorhaben ist. Wir sehen es aber als den einzig richtigen Weg, die immer klarer geäußerten Wünsche der Konsumenten zu erfüllen.“

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) begrüßt die Stellungnahme des LEHs. Diese bestärke die seit längerem deutlich gestiegene Nachfrage der Branche nach dem „Ohne Gentechnik“-Siegel, das der VLOG vergibt. REWE, Edeka und Tegut sind Mitglieder des deutschen Pendants zur ARGE Gentechnik-frei. In den kommenden Monaten werden noch weitere Eigenmarken des LEHs das Siegel erhalten.

In Österreich schon lange gelebte Praxis

Hierzulande hat sich der LEH schon vor vielen Jahren dazu entschieden, für seine Eigenmarken wo immer möglich auf Gentechnik-freie Produktion zu setzen. Dabei ist die Gentechnik-freie Fütterung im Bereich Milchvieh, Legehennen und Masthühner bereits flächendeckend; auch bei Schweinen wächst die Zahl der Gentechnik-frei Projekte. Zwar gibt es in Österreich dazu kein gemeinsames schriftliches Statement wie in Deutschland, doch die Praxis spricht eine eindeutige Sprache: „Die wichtigsten und größten in Österreich agierenden Lebensmitteleinzelhändler sind seit der Stunde Null Mitglied der ARGE Gentechnik-frei und wichtige Träger der Gentechnik-Freiheit in Österreich. Ohne das gelebte Commitment des LEHs wären wir nicht da, wo wir heute sind – bei rund 2.300 zertifizierten Produkten und einem starken Gentechnik-freien Segment der österreichischen Lebensmittelproduktion, das mittlerweile auch schon sehr intensiv im Ausland nachgefragt ist“, so Florian Faber, Geschäftsführer der ARGE Gentechnik-frei.

Weitere Ziele für Österreich: Auch der Lebensmittelgroßhandel soll die Sinnhaftigkeit einer Gentechnik-freien Erzeugung erkennen; der Umstieg in Gastronomie und Lebensmittelverarbeitung steht an. Florian Faber: „Wir sind in diesem Bereich bereits mit einigen Großhändlern und Systemgastronomen im Gespräch und hoffen noch 2015 erste Mitglieder in diesem Bereich begrüßen zu können.“

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