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McDonald’s erlaubt Gentechnik in Europa

Seit April erlaubt McDonald’s gentechnisch verändertes Futtermittel zu verwenden. Österreich, Frankreich und die Schweiz davon nicht betroffen.

Österreich, Frankreich und die Schweiz davon nicht betroffen

Der Fast-Food-Konzern McDonald’s hat sich seit dem Jahr 2001 einer Selbstverpflichtung verschrieben, europaweit auf gentechnisch verändertes Hühnerfutter in der Produktion zu verzichten. Seit April diesen Jahres hat McDonald’s diese Regelung aufgehoben und erlaubt nun seinen europaweiten Hühnerfleisch Lieferanten gentechnisch verändertes Futtermittel zu verwenden. Allerdings: McDonald’s Österreich weigert sich gegen die gelockerten Verschriften und erlaubt seinen Lieferanten weiterhin nur 100 Prozent Gentechnik-freie Fütterung.

McDonald’s verteidigt Entscheidung

Ein Konzernsprecher von McDonald’s erläutert die Entscheidung damit, dass die internationalen und nationalen Lieferanten bekannt gaben, „dass sie mit Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen garantieren können“. Vor diesem Hintergrund habe McDonald’s Europe in 27 europäischen Märkten im zweiten Quartal die Beschränkung für Lieferanten aufgehoben. Von Seiten des Fast-Food-Konzerns wird auch betont, dass die Qualität und Sicherheit des Essens durch die neuen Fütterungsrichtlinien nicht beeinträchtigt werden. Die als Argument herangezogene mangelnde Verfügbarkeit Gentechnik-freier Soja ist nämlich nicht wirklich gegeben: Erst im April dieses Jahres hatten brasilianische Soja-Anbauer und -Exporteure bei einem von der deutschen Lebens- und Futtermittelwirtschaft gut besuchten GMO-free Soja Workshop in Münster glaubhaft dokumentiert, dass die Jahres-Produktionsmenge an Gentechnik-freier Soja auch in diesem Jahr steigen werde. Auch die Logistik-Probleme in den brasilianischen Häfen, die den Export per Schiff im vergangenen Jahr zum Teil erheblich beeinträchtigten bzw. verzögerten, sind kurz davor, gelöst zu sein.

Greenpeace kritisiert

Die Ankündigung von McDonalds hat speziell in Deutschland die NGOs auf die Barrikaden gebracht: So kritisiert Stephanie Töwe-Rimkeit von Greenpeace, dass „für McDonald’s nur der Preis zählt“. Greenpeace hat berechnet, dass sich jeder Chickenburger um weniger als einen Cent verteuern würde, wenn der Konzern weiterhin auf gentechnisch verändertes Futtermittel verzichten würde. Töwe-Rimkeit von Greenpeace weiß, dass die „Mehrheit der Verbraucher keine Gentechnik im Essen will“: Laut einer repräsentativen Studie des deutschen Bundesamtes für Naturschutz, die am 28. April 2014 veröffentlicht wurde, sprechen sich 84 Prozent der Deutschen für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft aus. In Zukunft aber bekomme der deutsche Konsument bei jedem Chickenburger ein Menü, das die Gentechnik, aber auch bedenkliche Pestizid-Bestandteile wie Glyphosat in der Landwirtschaft fördere. Auch Alexander Hissting, Sprecher des deutschen Verbands „Lebensmittel ohne Gentechnik“ (VLOG e.V.), weiß: „Die Gentechnik-Freiheit war McDonald’s immer lästig“.

Österreich bleibt Gentechnik-frei

Ursula Riegler, Sprecherin von McDonald’s Österreich, bestätigt, dass für den österreichischen Markt weiterhin das Verbot von gentechnisch veränderten Futtermitteln besteht. „Unsere Kunden wünschen sich das so“, begründet Riegler die Entscheidung bei der alten Regelung festzuhalten. Zudem erhalten die McDonald’s Österreichs Fleischlieferanten eine Prämie, wenn sie auf gentechnisch verändertes Futter verzichten und sie betont auch, dass es aufgrund der gentechnikfreien Fütterung keine Preisänderungen bei den Burgern gibt.

Auch Frankreich und die Schweiz haben sich gegen die neuen Vorschriften ausgesprochen und bleiben beim Verbot von gentechnisch verändertem Geflügelfutter.

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