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Neu im Beirat: Sebastian Theissing-Matei

Viele Jahren schon setzt sich Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace Österreich, mit großer Konsequenz für hochwertige Lebensmittel und eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Seit Frühjahr 2020 ist Sebastian neues Mitglied im Beirat der ARGE Gentechnik-frei.

In Zeiten von Corona ist es ruhig geworden um das Thema Gentechnik. Siehst Du es problematisch, wenn das Auge der Weltöffentlichkeit nicht mehr so nahe am Thema dran ist?

Der derzeitige starke Fokus auf die Corona-Krise ist natürlich verständlich. Wir machen da alle gemeinsam gerade eine außergewöhnliche Krisenerfahrung durch. Natürlich leidet darunter dann manchmal die Aufmerksamkeit für andere wichtige Themen. Aber genau deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass Organisationen wie Greenpeace oder die ARGE Gentechnik-frei weiterhin professionell an den großen Umweltthemen dran bleiben.

Nach Corona stehen Welt und Gesellschaft vor großen Herausforderungen: Die Wirtschaft muss wieder aufgebaut, Wertschöpfungsketten neu geschlossen werden. Welche Herausforderungen kommen da auf uns zu?

Die Coronakrise hat uns die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft vor Augen geführt: Vieles was wir für selbstverständlich halten – etwa der Zugang zu gesunden Lebensmitteln – kann durch Krisen oder Schocks auch in Österreich überraschend schnell ins Wanken geraten. Es ist daher wichtig, dass wir jetzt die Lehren aus dieser Krise ziehen und unsere Lebensmittelversorgung nachhaltig krisensicher machen. Für Österreich heißt das konkret: wieder mehr Vielfalt und regional angepasste Sorten auf unseren Feldern. Das ist nicht nur besser für die Umwelt und schafft ein schöneres Landschaftsbild sondern macht unsere Landwirtschaft auch resistenter gegenüber Krisen und Schocks.

Die Diskussion um die Verfahren der neuen Gentechnik war in vor-Corona-Zeiten in Europa sehr intensiv: Siehst Du Risiken darin, dass das Thema so stark überlagert wurde? Oder bieten sich dadurch vielleicht sogar Chancen?

Die neuen gentechnischen Verfahren werden von großen Konzernen gerne als Allheilmittel dargestellt. In Wirklichkeit konnten sie aber bisher weder demonstrieren, dass diese Methoden sicher sind noch, dass sie uns einen nennenswerten Mehrwert bringen. Greenpeace tritt daher dafür ein, dass die europäischen Schutzstandards, die für herkömmliche gentechnische Produkte gelten, auch für diese neuen gentechnischen Produkte gelten müssen.

Österreich war seit jeher vehementer Gegner der Gentechnik in Land- und Lebensmittelwirtschaft. Was sieht Du als Ursachen dieses europaweit einzigartigen Phänomens?

Gentechnisch veränderte Pflanzen eignen sich vor allem für eine großflächige, industrielle Produktion wie wir sie etwa aus Nord- und Südamerika kennen. Für die vergleichsweise kleiner strukturierte österreichische Landwirtschaft waren Gentech-Pflanzen damit wohl auch nie im gleichen Ausmaß interessant.

Deine Einschätzung: Bleibt das so oder wird die Gentechnik, vielleicht sogar durch die Verfahren der Neuen Gentechnik, zukünftig stärker akzeptiert werden?

Ich bin davon überzeugt, dass wir die hohen Schutzstandards auch weiterhin erhalten werden. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Österreich und in Europa möchte keine Gentechnik auf ihrem Teller. Das kann nicht so einfach ignoriert werden.

Greenpeace arbeitet selten eng mit Unternehmen zusammen. Im Rahmen der ARGE Gentechnik-frei war die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wie siehst Du das?

Greenpeace kämpft komplett unabhängig für den Schutz von Artenvielfalt und Umwelt und damit immer auch für den Schutz von uns Menschen. Diese Unabhängigkeit ist uns so wichtig, dass wir auch niemals Gelder von Unternehmen oder Staaten annehmen. Wenn wir uns aber in der Sache einig sind, dann arbeiten wir auf inhaltlicher Ebene gerne mit Wirtschaft und Politik zusammen, solange es dem Schutz der Umwelt und uns allen hilft.

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