ohneGEN logo
logo ARGE Gentechnik-frei
Language: English Deutsch

Neues Mitglied im Vorstand der ARGE Gentechnik-frei: Johann Költringer

Friedrich Tiroch, Geschäftsführer der Obersteirischen Molkerei und mehr als zehn Jahre lang Vorstandsmitglied bei der ARGE Gentechnik-frei, tritt mit Anfang 2021 seinen wohlverdienten Ruhestand an. Mag. DI Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), wurde als Nachfolger in den Vorstand gewählt.

„Friedrich Tiroch hat die Milchwirtschaft mit großem Engagement und hoher Kompetenz im Vorstand der ARGE Gentechnik-frei vertreten. Österreichs Molkereien waren weltweit die erste komplette Branche, die vollständig auf Gentechnik-freie Produktion umgestellt hat – und das schon vor mehr als zehn Jahren, im Juni 2010“, erklärt Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei. „Friedrich Tiroch hat die Arbeit der ARGE Gentechnik-frei mit seinen vielfältigen Erfahrungen bei der Umstellung und auch Vermarktung von Produkten „Ohne Gentechnik“ hervorragend unterstützt. Wir danken ihm aufs Allerherzlichste für seinen langjährigen Einsatz!“ 

 

Milchwirtschaft lehnt Gentechnik seit jeher ab

„Für uns war immer klar: Unsere Bauern wollen nichts mit Gentechnik zu tun haben! Ganz im Gegenteil: Die Milchwirtschaft hatte immer das Ziel, besonders hochwertige Lebensmittel herzustellen – nachhaltig, so naturnahe wie möglich und in der Form, wie sie unsere Konsumenten haben wollen. Dabei ist klar: Da darf weder beim Futtermittel noch beim fertigen Produkt Gentechnik eingesetzt werden“, erklärt der neue Vorstand Johann Költringer. „Österreich lebt von kleinbäuerlichen Strukturen: Zwei Drittel unserer Produkte stammen aus den Berggebieten, wir haben viel Grünland und keine überzüchteten Kühe. Gentechnik passt also definitiv nicht zu unseren Qualitätsansprüchen.“

Die nun auch in anderen europäischen Ländern rasch anwachsende Produktion von kontrolliert Gentechnik-freier Qualität bei Milchprodukten sieht Költringer mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „In den letzten Jahren eröffnete die starke Nachfrage in Deutschland nach Gentechnik-freien Produkten auch ordentliches Potenzial für den Export. Jetzt hat die Milchwirtschaft zumindest in Deutschland weitgehend nachgezogen. Das schmälert natürlich unseren USP ein wenig, aber Gentechnikfreiheit bleibt weiterhin ein wichtiger Teil der österreichischen Qualitätsstrategie in der Milchwirtschaft.“

Reduktion des CO2 Footprints: Regionale Eiweißträger gefragt

Dafür geht die heimische Produktion mit ihren Nachhaltigkeitsbemühungen konsequent weiter voran: Heimische Betriebe verzichten auf Soja-Importe aus Übersee. Regionale Eiweißträger kommen verstärkt zum Einsatz. Dies und viele weitere Maßnahmen führen schon jetzt dazu, dass die österreichische Milchwirtschaft gemäß einer Studie des Joint European Research Instituts der EU-Kommission die EU-weit besten Klimaschutzwerte hat.

EU muss Gentechnik-freie Produktion einheitlich regeln

Mit gemischten Gefühlen sieht der erfahrene Agrar- und Milchfunktionär nach Brüssel: Zwei wesentliche Herausförderungen gäbe es aktuell, um die Gentechnik-freie Produktion als europäischen Qualitätsstandard abzusichern: „In fast jedem europäischen Land gelten andere Richtlinien für die Gentechnik-freie Produktion. Das verwirrt die Konsumenten und erhöht den Aufwand für die Hersteller,“ weiß Költringer. Eine möglichst einheitliche, harmonisierte Regelung auf europäischer Ebene sei gefragt. „Aber leider steht dazu in der neuen ‚Farm-to-Fork-Strategie nichts drin... Ganz im Gegenteil – da wird die neue Gentechnik eher gepusht.“

Dies sieht Költringer als eine der zentralen Herausforderungen für die nächsten Jahre: „Gentechnik-freie Produktion muss auch in Zukunft möglich sein! Dafür braucht es europaweite Rahmenbedingungen. Insbesondere die neue Gentechnik (Genome Editing) kann hier, wenn sie nicht ganz klar geregelten Kontroll- und Kennzeichnungsvorgaben unterzogen ist, großen Schaden anrichten. Produkte aus der neuen Gentechnik müssen nachweisbar und gekennzeichnet sein und klaren und praktikablen Regulierungen unterzogen sein. Hier braucht es eine klare Strategie seitens der EU und eine Absicherung der erfolgreichen Gentechnik-freien Produktion in ganz Europa!“

 

Mag. DI. Johann Költringer ist studierter Agrarökonom und Betriebswirt. Der 58-jährige Salzburger verfügt über umfassende Erfahrung in der Wirtschafts- und Agrarpolitik, sowohl in Österreich als auch auf EU-Ebene. Költringer ist seit 1999 Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Newsletter

Newsletter
facebook
ARGE Gentechnik-frei Tel: +43-522 55 50-315 kontakt@gentechnikfrei.at