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Prof. Andrés Carrasco im Alter von 67 Jahren gestorben

Argentinischer Molekular-Embryologe als mutiger Warner vor den Auswirkungen des Monsanto-Spritzmittels Roundup.

Prof. Andrés Carrasco, Leiter des Labors für Molekulare Embryologie an der Medizinischen Universität Buenos Aires, hat sich nicht nur in Südamerika mit seinen Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen des Spritzmittels Roundup einen Namen gemacht. Auch in Europa galt der wortgewaltige argentinische Wissenschaftler als einer der schärfsten Kritiker des weltweit meistverbreiteten chemischen Pestizids Roundup bzw. dessen wichtigsten Wirkstoffs Glyphosat. In Wien hat Andrés Carrasco im April 2011 auf Einladung der ARGE Gentechnik-frei einen bemerkenswerten und aufrüttelnden Vortrag über die wachsenden Gesundheitsschäden in Argentiniens wichtigsten Soja-Anbaugebieten gehalten.

Andrés Carrasco ist am 10. Mai in Buenos Aires verstorben. Wir werden ihn in wertvoller Erinnerung behalten – die Welt hat in ihm einen mutigen und kompetenten Kritiker an den Auswirkungen der großindustriellen Landwirtschaft und einen Kämpfer gegen die Abhängigkeit der argentinischen Landwirte vom Saatgut-Monopolisten Monsanto verloren.

Anbau von Gentech-Soja mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Gesundheit, Bodenqualität und Artenvielfalt

In seiner aufsehenerregenden Studie „GM Soy – Sustainable? Responsible?“ belegte Prof. Andrés Carrasco die gefährlichen Auswirkungen des Spritzmittels Roundup, das auf den mit der Gentech-Soja ‚Roundup Ready’ der US-Firma Monsanto bepflanzten Äckern in großen Mengen angewen­det wird. Unter seiner Leitung hat ein Team von Wissenschaft­lern aus Großbritannien, Brasilien, den USA und Argentinien den Nachweis er­bracht: Glyphosat, der Hauptwirkstoff des weltweit meistverbreiteten chemischen Pestizids Roundup, ruft bei Embryos von Fröschen und Hühnern Missbildungen hervor. Diese wurden bereits bei Konzentrationen festgestellt, die weit unter den beim Versprühen in der Land­wirtschaft üblichen Werten und auch deutlich unter den in der EU zugelass­en­en Höchstwerten liegen.

Anstoß zur umfassenden Untersuchung der Auswirk­ungen von Glyphosat auf die embryonale Entwicklung durch Carrascos Forscherteam hatten Berichte über die hohe Zahl von Geburtsfehlern in landwirtschaftlichen Gebieten in Argentinien gegeben, in denen gentechnisch veränderte Soja des US-Konzerns Monsanto – die sogenannte Roundup-Ready- (RR-)Soja – angebaut wird. Bei diesen Gebieten handelt es sich um große Monokulturen, die regelmäßig aus der Luft mit dem Herbizid Roundup besprüht werden.

In seiner Studie kritisierten Carrasco und sein Team Argentiniens übermäßige Ab­häng­ig­keit von Glyphosat – Folge der massiven Ausbreitung der Roundup-Ready Gentech-Soja. Argentinien sei in einer einzigartigen Situation: Seit dem Beginn des Anbaus von RR-Soja im Jahr 1996 werde diese mittlerweile auf rund 19 Mio. Hektar angebaut – das ist mehr als die Hälfte des argentinischen Acker­landes. Mit dem Ergebnis: Jährlich werden rund 200 Millionen Liter Glyphosat-Herbizide zur Produktion von 50 Millionen Tonnen Sojabohnen eingesetzt. Eine bedenklich hohe Menge, die neben den gesundheitlichen Schäden auch schwerwiegende agrarische und sozioökonomische Probleme wie z.B. die rasante Zunahme von Glyphosat-resistenten Unkräut­ern (Super-Unkräuter), den Verlust an Artenvielfalt und Biodiversität und eine bedenkliche Konzentration der landwirtschaftlichen Produk­tion in den Händen einiger weniger Betriebe zur Folge hat.

Auch heftige Kritik und teilweise sogar physische Attacken gegen seine Person und sein Team konnten Prof. Andrés Carrasco nicht von seinem Forschungsweg abbringen. Speziell in den letzten Jahren wurden seine Studien mehr und mehr gewürdigt und in politischen bzw. wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen berücksichtigt.

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