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ProTerra und RTRS vereinbaren Zusammenarbeit bei nachhaltiger Soja

Die ProTerra Foundation und der Round Table on Responsible Soja arbeiten an einer gegenseitigen Anerkennung ihrer Standards für nachhaltig zertifizierte Soja.

Die beiden wichtigsten internationalen Standards für die Zertifizierung nachhaltiger Soja – der ProTerra Standard bzw. der Standard des Round Table on Responsible Soja (RTRS) – haben im Oktober in einem „Memorandum of Understanding“ eine Zusammenarbeit und Annäherung der Zertifizierungen vereinbart, um damit das Angebot für zertifizierte nachhaltige Soja zu erhöhen. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, den Markt für nachhaltig zertifizierte Soja durch Synergien und damit Kostenreduktion bei Kontrollen, verstärkte Transparenz am Markt und gemeinsame bzw. verbesserte Schulung der Sojafarmer zu erhöhen. 

Derzeit sind – trotz wachsender Nachfrage aus Europa – lediglich rund 2% der weltweiten Sojaernte als nachhaltig zertifiziert; benötigt würde allerdings etwa die doppelte Menge, ca. 10 Mio. Tonnen zertifizierter Soja. Bereits im Jahr 2013 hatte das internationale Beratungsunternehmen KPMG im Bericht „Sustainable Insight. A Roadmap to Responsible Soy“ darauf hingewiesen, dass speziell die Fragmentierung durch unterschiedliche Zertifizierungsstandards und die hohen Kosten der Zertifizierung für die Hersteller eine Ausweitung der verfügbaren Mengen zertifizierter Soja behindern.

„Unser Übereinkommen hat nicht das Ziel, die beiden Standards vollständig zu harmonisieren, aber wir erwarten uns daraus wesentliche Verbesserungen, um die Volumina an zertifizierter Soja für die Futter- und Lebensmittelproduktion zu erhöhen. Wir haben einen konkreten Aktionsplan vereinbart, der die Basis für eine zielorientierte Zusammenarbeit legt“, erklärten Sibyl Anwander, Geschäftsführerin der ProTerra Foundation und Aguzstin Mascotena vom RTRS in einem gemeinsamen Statement. 

Geplant: Kostenreduktion bei Zertifizierung

Beide Organisationen stimmen darin überein, dass die Kostenreduktion bei der Zertifizierung der wichtigste erste Schritt sein müsse: „Sojamühlen sind häufig auf beide Standards zertifiziert und verlangen schon seit einiger Zeit, dass wir die Kontrollgebühren reduzieren und mit dazu beitragen, den internen Warenfluss effizienter gestalten zu können“, erklärt Sibyl Anwander. Daher hat man sich darauf geeinigt, die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Standards zu identifizieren und die Kontrolle dieser Aspekte in Form von Kombi-Audits durchzuführen. Die beiden Organisationen gehen davon aus, dass rund drei Viertel der beiden Standards im Wesentlichen vergleichbar sind – dies ermögliche substanzielle Synergien bei den Kontrollen. „Die Angleichung wichtiger Bereiche der beiden Standards wird auch die Weiterbildung der Farmer über die Anforderungen für den nachhaltigen Soja-Anbau erleichtern“, so Anwander.

Verbindendes und Trennendes in den beiden Standards

Für die Gentechnik-freie Produktion von besonderer Bedeutung ist ganz sicherlich, dass lediglich ProTerra die Gentechnik-freie Sojaproduktion als unverrückbares Kriterium im Standard und in den Organisationsstatuten verankert hat. Der RTRS bietet bei seiner Zertifizierung zwar auch ein Modul mit Gentechnik-freier Soja an, hat aber keine klare Positionierung für die Gentechnik-Freiheit aufzuweisen – was wohl auch damit zusammenhängt, dass u.a. Monsanto, Cargill & Co Mitglieder beim RTRS sind...

Gemeinsame Aspekte bei den beiden Standards:

  • Bewahrung von schützenswerten Naturlandschaften
  • Schutz der Landrechte von Kleinbauern
  • Einhaltung der Menschenrechte für Mitarbeiter
  • Einhaltung der geltenden Arbeits- und Gesundheitsbestimmungen
  • Reduktion des Pestizideinsatzes
  • Restriktiver Einsatz von Sprühflugzeugen; Schutz der sog. „no-go areas“
  • Verankerung des Fruchtwechsels

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