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Ungarn: Auf Kurs in Richtung Gentechnik-frei!

Schon bald soll es die ungarischen Spezialitäten und landwirtschaftlichen Produkte in Gentechnik-freier Qualität geben. An einem Kennzeichnungssystem wird gearbeitet.

Lange schon war unser östlicher Nachbar Ungarn für die Vielfalt und Qualität seiner landwirtschaftlichen Produkte – insbesondere Wein, Gemüse oder auch Mais – bekannt. Sehr bald, so die Zusicherung des ungarischen Landwirtschaftsministers Sándor Fazekas bei der Konferenz „How to Maintain GMO-free Agriculture in Europe“ in Budapest, soll es die ungarischen Spezialitäten auch in Gentechnik-freier Qualität geben: Milch, Fleisch und Eier sollen nur mehr Gentechnik-frei produziert werden, den Soja-Import will man systematisch zugunsten Gentechnik-freier ungarischer Ware bzw. Donau Soja reduzieren. Ende des Jahres ist die Markteinführung eines Kennzeichnungssystems für Gentechnik-freie Lebensmittel geplant.

Per Verfassung: Kein Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen

Bereits im Jänner 2015 ließ Fazekas aufhorchen, als er bei der „Grünen Woche“ in Berlin eine Initiative seines Landes für eine Europäische Allianz gegen die Gentechnik ankündigte: Die gesamte EU solle Gentechnik-freie Zone werden. „Wir wollen unsere Lebensmittel und unsere Umwelt gesund halten. Wir sind überzeugt davon, dass die Landwirtschaft in der EU und in Ungarn auch mit konventionellen Produktionsformen, ohne Gentechnik, wettbewerbsfähig ist,“ so Sándor Fazekas.

Konsequenterweise will Ungarn auch als erstes europäisches Land die unlängst vom EU-Parlament beschlossene Regelung zum „Opt-Out“ aus dem Anbau gentechnisch veränderter Produkte umsetzen – die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen werden derzeit bereits vorbereitet.

Schon in der Vergangenheit hat sich Ungarn – ähnlich wie Österreich – mit einer strikten Ablehnung der Gentechnik klar positioniert: So ist der Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft in Ungarn sogar in der Verfassung festgeschrieben; gentechnisch verändertes Saatgut ist schon lange verboten. Es gebe den breiten politischen Konsens im Land, die Gentechnik-Freiheit zu bewahren und weiter auszubauen, sieht sich Fazekas über alle Parteigrenzen hinweg in seinem Kurs bestätigt. Bereits im Jahr 2011 sorgte Ungarn für Furore: Da verwies Premierminister Viktor Orbán den US-Multi Monsanto des Landes; rund 400 ha von Monsanto angepflanzter Mais wurden verbrannt und umgepflügt. Der Bericht darüber findet sich unter den weltweit am meisten geteilten Social Media Berichten des Jahres 2011. (z.B.: hier)

Gentechnik-frei Kennzeichnungssystem ab 2016 geplant

Kein Wunder also, dass in Zukunft auch Gentechnik-freie Lebensmittel zur besseren Orientierung für den Konsumenten gekennzeichnet werden sollen. Das ungarische Landwirtschaftsministerium arbeitet gerade an einem Kennzeichnungssystem – dessen Markteinführung soll rasch nach der Veröffentlichung der Empfehlung für einen harmonisierten Gentechnik-frei Standard in der Donauregion durch das Österreichische Umweltbundesamt im November 2015 erfolgen. Die Produktions- und Kontrollstandards sollen damit im Wesentlichen den Anforderungen in Österreich und Deutschland entsprechen; zur Vergabe des geplanten Labels wird eine eigene Tochterfirma des Landwirtschaftsministeriums gegründet.

Soja-Produktion wird ausgebaut

Die Ausweitung der ungarischen Soja-Produktion und damit die Reduktion der Soja-Importe aus Südamerika wird schon jetzt stark forciert: Bereits im Jahr 2013 ist Ungarn dem Verein Donau Soja beigetreten. 2014 wurden 113.000 to Soja geerntet; 2015 soll der Ertrag auf rund 170.000 to steigen. Um den Anbau Gentechnik-freier Soja weiter anzukurbeln greift das Landwirtschaftsministerium kräftig in die Tasche: Bis 2020 sollen Landwirte pro Hektar Gentechnik-freier Soja 60.000 Forint (EUR 198) als Förderung bekommen. Mittelfristig wird eine Produktion von rund 300.000 to Soja in Ungarn für möglich erachtet.

Selbstverständlich wird es auch bei der von der ARGE Gentechnik-frei am 9. Nov. 2015 in Wien organisierten „International GMO-free Labeling Conference“ die Möglichkeit geben, mit Herstellern und Politik aus Ungarn Erfahrungen auszutauschen.

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