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Zum Welt-Ei-Tag: Österreichs Legehennenbranche als europaweiter Pionier

Ein Gespräch mit DI Michael Wurzer von der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG):

© ZAG

ARGE Gentechnik-frei: Die Eier-Branche war im Jahr 2010 die erste Branche in Österreich, die komplett auf Gentechnik-freie Fütterung umgestiegen ist. Wie beurteilen Sie diesen Umstieg jetzt, 5 1/2 Jahre danach?

Michael Wurzer: Die Eierproduzenten waren schon immer enorm dynamisch aber auch innovativ und haben sich Veränderungen nicht verschlossen. Der Ausstieg aus der Verfütterung von Geflügelfutter mit gentechnisch veränderter Soja war rückblickend eine kluge Entscheidung, die besonders auch auf Wunsch des Lebensmitteleinzelhandels zustande kam. Die Eierproduzenten waren Pioniere,  andere Branchen folgten allerdings bald nach.

ARGE Gentechnik-frei: Was waren die größten Herausforderungen, die bei der Umstellung zu bewältigen waren?

Michael Wurzer: Die Soja-Qualität ist der Schlüssel: Grundsätzlich ist bei Sojabohnen eine homogene Produktqualität wichtig; vor allem ist ein gleichbleibend hoher Rohproteingehalt erforderlich, um eine bedarfsgerechte Futtermischung für Geflügel herstellen zu können. Angesichts neuer Lieferanten mit unterschiedlichen Sojaqualitäten und unterschiedlichen Hygienestandards bei Verarbeitung und Verladung gab es anfangs Probleme. Das hat sich aber rasch eingespielt.

ARGE Gentechnik-frei: Einige Betriebe sind frühzeitig und freiwillig auf Gentechnik-freie Fütterung umgestiegen; andere folgten später dem Wunsch des Lebensmittelhandels. Haben die "Früh-Umsteiger" andere Erfahrungen gemacht?

Michael Wurzer: Die Früh-Umsteiger haben sich selbst aktiv und frühzeitig mit den Herausforderungen beschäftigt und hatten damit wegen ihrer guten Fachkenntnis und dem Wissen über mögliche Risiken sogar eher weniger Probleme bei der Umstellung.

ARGE Gentechnik-frei: Nehmen die KonsumentInnen die Gentechnik-Freiheit wahr?

Michael Wurzer: Ich bin davon überzeugt, dass das Kontrollzeichen der ARGE Gentechnik-frei für KonsumentInnen inzwischen ein sehr wichtiger Wegweiser bei ihrem täglichen Einkauf geworden ist. Das Zeichen wertet Lebensmittel klar auf. Umfragen bei Konsumenten zeigen, dass diese in Österreich großen Wert auf die Gentechnik-Freiheit legen – im Anbau ebenso wie in der Tierfütterung. Ich denke aber, wir müssen das komplexe Thema Gentechnik-Freiheit bzw. Gentechnik und ihre möglichen Auswirkungen auf die Umwelt den KonsumentInnen noch besser erklären.

ARGE Gentechnik-frei: Die Eier-Branche ist in der Zwischenzeit mit der Umstellung auf Gentechnik-freie Donau Soja noch einen großen Schritt weiter gegangen. Welche Erfahrungen wurden dabei gemacht?

Michael Wurzer: Die Qualität der Sojabohnen in der Donauregion schwankt stark, aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen und Witterungsverhältnisse. Speziell der Rohproteingehalt der europäischen Soja ist meist niedriger als bei Soja aus Übersee. Der große Zeitdruck der Handelsketten bei der Umstellung war mitverantwortlich für gewisse Probleme bei der Tiergesundheit, die wiederrum durch nicht tiergerechte Futtermischungen ausgelöst wurden. Heute sind diese Probleme allerdings zum Glück Vergangenheit und wir freuen uns, dass in keinem anderen EU-Land so viele Eier mit einem ähnlich niedrigen C02-Fußabdruck produziert werden. Das ist eine große Leistung für unsere Umwelt, auf die wir sehr stolz sind.

ARGE Gentechnik-frei: Auch in Deutschland gibt es mittlerweile große Dynamik im Bereich Gentechnik-freie Fütterung. Kann die Gentechnik-Freiheit Ihrer Ansicht nach auch europaweit den Durchbruch vom Nischensegment zu einer ernst zu nehmenden Produktionsform schaffen?   

Michael Wurzer: Wenn die wachsende Nachfrage nach Gentechnik-freien Sojabohnen in Österreich und Deutschland zunehmend den europäischen Soja-Anbau stimuliert, dann ergänzt sich der Mehrwert „Gentechnik-Freiheit“ mit dem Mehrwert „Regionalität“. Aus dieser Perspektive heraus bietet sich in Europa eine riesige Chance für die Gentechnik-Freiheit – in Verbindung mit neuer Wertschöpfung für Europas Bauern. Das stärkt die Landwirtschaft, schützt unser Klima und erhält unsere vielfältige Natur.

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